zensur-blog.de

13. Januar 2006

Indizierte Körperertüchtigung

Für (oder gegen) seinen Körper kann man so einiges tun. Sport bzw. Fitnessübungen sind nur zwei bekannte Beispiele. Extreme, meist schmerzhafte Körpermodifikationen sind ein weitaus weniger bekanntes, jedoch ein weit verbreitetes Betätigungsfeld. Die berühmteste Spielart dieser Anwandlungen ist sicherlich das Piercing. Mister Larratt hat da aber noch mehr Erfahrungen zu bieten: Der Kanadier betreibt das Portal "Body Modification Ezine", das Webnutzer rund um den Globus für die Zurschaustellung Ihrer Leidenschaften der Körpermodifikationen gebrauchen. In einem Land wie Deutschland mit über 80 Millionen Einwohnen könnte man meinen, gibt es sicher auch ein paar Anhänger dieser Extreme. Das es sie gibt, ist unstrittig. Das sie am Gedanken- und Bilderaustausch ihrer Kollegen so einfach teilhaben können, gestaltet sich als schwierig. Die Internetseite http://www.bodymodification.com wird in der Bundesrepublik indiziert, was ein werbliches Verbreitungsverbot bedeutet. Gibt man bspw. bei Google die Abkürzung BME ein oder lässt nach der Website "bodymodification.com" suchen erhält man keine oder unrelevante Ergebnisse. Shannon Larratt, der Betreiber der Site, höchstpersönlich beschwerte sich im Dezember unter anderem in seinem Weblog über die deutsche Zensur. Google Deutschland meint, man sei an die Vorgaben der Behörden gebunden und müsse die Website aus den Suchverzeichnissen entfernen. Eine Auflistung bzw. Übersicht indizierte Internetangebote dürfte auch nicht ohne weiteres erfolgen. Wer sicher gehen möchte, dass er auf seinen eigenen Websites, nicht auf indizierte Webseiten verweist, kann bei der Prüfstelle unter der eMail-Adresse liste@bundespruefstelle.de eine Einzelabfrage stellen. Momentan hat die BPjM circa 1000 Sites auf dem Index. Die kooperative Selbstzensur der größten Suchportale läuft mittlerweile seit einem Jahr. Die "Früchte" dieser "erfolgreichen" Arbeit werden nun in Form funktionierender Zensurmaßnahmen geerntet. Guten Appetit!

3 Comments:

  • Hm. Ist die Verlinkung hier im Blog keine (Be-)Werbung? Keine Konsequenzen zu fürchten?

    By Anonymous phaylon, at 16:35  

  • Vielen Dank für diesen berechtigten Hinweis. Dieses Weblog versteht sich als kulturhistorische (virtuelle) Einrichtung mit dem Anspruch der zeitgeschichtlichen Dokumentaion. Die aufgeführten Verlinkungen zu verbotenen oder indizierten Inhalten stellen keine Werbung für diese dar, sondern dokumentieren in einem ausschließlich forschenden Rahmen gemäß der Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Lehre (Artikel 5, Absatz 1 bis 3 GG) die themenrelevanten Beiträge. Wir distanzieren uns generell von allen Inhalten, auf die der Nutzer dieser Internetseite durch eine Verlinkung gelangen kann.

    By Blogger Kurator, at 18:00  

  • Der Link zum Portal "Body Modification Ezine" erzeugt eine 403. War das vorher auch schon?

    By Anonymous ralph, at 20:54  

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